Verbesserungsmanagement – Smarte Ideen für Winkhaus

Ein Gast-Beitrag von unserer Praktikantin Laura Rüter:

Während meines vierwöchigen Praktikums bei Winkhaus habe ich sehr viele Eindrücke von dem Berufsleben in einem Industrieunternehmen bekommen. Ich habe auch mehrere Azubis kennengelernt, die mir einiges berichten und erklären konnten. Außerdem konnte ich an einer Internen Schulung für die Azubis teilnehmen. Dieses Mal handelte die Schulung von dem Betriebseigenen Verbesserungsvorschlagswesen- kurz genannt auch WIB ( = Winkhaus-Ideen-Börse ). Heinz Hüning hat einen interessanten Vortrag über WIB gehalten, der sowohl informierend als auch bewundernswert war, wie viel ein solches Vorschlagswesen verändern kann.

Heinz Hüning ist seit 1993 der Leiter der Winkhaus-Ideen-Börse. Im Nachhinein hatte ich die Möglichkeit nochmals mit Herrn Hüning über WIB zu sprechen und weitere Fragen zu stellen, die er mir ausführlich und in Ruhe beantwortete.                             WIB ist seit 1988 bei Winkhaus aktiv.                                                                                                                                                                    

In der Zeit bis zum Jahr 1993 wurden im Schnitt 24-30 Vorschläge eingereicht. Nach der Einstellung von Herrn Hüning stieg die Anzahl der Ideeneinreichung bis 1999 auf durschnittliche 620.                                                                                                                         

Ab 1999 wurde das Modell etwas verändert. Bisher wurden alle Vorschläge von Herrn Hüning abgestempelt, doch dann trat das Vorgesetztenmodell in Kraft. Das Vorgesetztenmodell bedeutet, dass die Vorschläge aus jeder Abteilung auch bei dem jeweiligem Vorgesetzten landen und diese müssen dann entscheiden, ob die Vorschläge sich eignen oder nicht.

Dadurch wurde eine verbesserte Kommunikation zwischen Mitarbeiter und den Vorgesetzten erreicht, denn wenn ein Vorschlag abgelehnt oder auch akzeptiert wird, dann muss der Vorgesetzte im persönlichen Gespräch den Mitarbeiter eine exakte Begründung für die Entscheidung geben. Mit dem Eintritt des Vorgesetztenmodells stieg die Zahl der Vorschläge auf das doppelte an.

Die Vorgesetzten werden immer wieder durch Statistiken und Schulungen von Herrn Hüning unterstützt.

Die Vorschläge gelangen durch das Computerprogramm "Smartidee" zu den Vorgesetzten. Mitarbeiter der Fertigung, die mehr mit Maschinen in Kontakt stehen als mit Computer, haben jedoch die Möglichkeit an einem Computer, die verteilt in der Produktion stehen seine Idee einzutippen. Man kann auch mithilfe eines Formulars die Idee einreichen, aber die Computerlösung bewährt sich viel mehr, da diese nicht so aufwendig ist.

Die Prämien, die für einen akzeptierten Vorschlag ausgeschüttet werden, werden einerseits durch die Ersteinjahreseinsparung berechnet, aber auch rückblickend durch eine verbesserte Gesundheitsförderung oder auch durch ein verbesserten Sicherheitszustandes. Jeder Vorschlag, der etwas mit dem Sicherheitsfaktor zu tun hat, geht an Herrn Störkmann. Natürlich haben die Vorgesetzten auch eine gewisse Eingrenzung, was den Betrag der Prämie betrifft. Jeder Vorgesetzte darf in dem Rahmen bis zu 500 € frei bestimmen, alles was diesen Rahmen überschreiten würde, muss abgestimmt werden. Die absolute Höchstprämie, die erreicht werden kann, beträgt 11.000 €.

Die Statistiken besagen, dass 90% aller Mitarbeiter bei Winkhaus jährlich Ideen einreichen und 70% von diesen Ideen auch umgesetzt werden.

Im Allgemeinen kann man WIB mit den Worten “ Einsparen “; “ Qualifizieren “; “ Führen “ identifizieren. Einsparen, durch das Ziel der Kostensenkung und Zeit einzusparen. Qualifizieren, durch das Ziel die Motivation der Mitarbeiter und die Erfolge zu steigern. Führen, durch das Ziel ganze Arbeitsläufe zu verbessern.

Heutzutage werden jährlich ca. 2000 Vorschläge eingereicht und dadurch eine Einsparung von ca. 1 Million Euro erzielt. Laut Herrn Hüning ist ein kontinuierliches Verbesserungssystem im Betrieb unverzichtbar, denn unsere Wirtschaft befindet sich in einem ständigen Wandel. Diesen Wandel und dem Marktdruck kann man nur durch stetige Verbesserung auf allen Ebenen standhalten. Hinzu kommt, dass durch immer wieder verbessernde Methoden die Qualität eines Unternehmens weiter wächst und damit auch die Arbeitsplatzsicherheit steigt. Somit ist WIB ein wichtiges Führungsinstrument, eine Mitarbeiterqualifizierung und ein besonders hoher Lernfaktor.

Jedes Jahr verlosen wir unter allen WIB-Vorschlägen diverse Preise für die Mitarbeiter. In Telgte und Münster waren wir in der letzten Woche dabei und haben unsere Sieger noch auf einem Gruppenfoto versammeln können. Neben diversen Sachgutscheinen gab es auch Tablets und einen iPod zu gewinnen. Wie sagten wir schon im letzten Jahr: WIB lohnt sich.  

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